Auswertung

Aufgabenstellung

Das eigene Dorf als selbst-gestaltbaren Sozialraum erleben:
Über die Selbstaneignung des Dorflebens finden die Jugendlichen zurück in ihr und zu ihrem Dorf und lernen es nun als einen Raum für eigene Möglichkeiten erkennen. So entsteht eine neue Ortsidentität, die dafür entscheidend sein kann, ob Jugendliche in ihrem Dorf eine Zukunft sehen und ob sie auch bei einer ausbildungs- oder studienbedingten Abwanderung wieder zurückkehren wollen. Das „selbst-entdeckte“ Dorf bleibt ein wichtiges Motiv bei dieser „Lebensentscheidung“.

Teilnehmende

60 Jugendlichen in 5 Dörfern:
Lautrer Land: Kollweiler, Weilerbach, Alsenbrück-Langmeil
Donnersberger Land (Nord-Pfalz): Lauterecken, Obermoschel

Arbeitsweise

Erhebung von Daten: Statistiken, Befragung, Interviews, Internetrecherchen, Politikfeldanalysen, Bürgerabende, Präsentation der Ergebnisse Dorföffentlichkeit, Stadt-, Gemeinderat.

Ergebnisse

Die teilnehmenden Jugendlichen interessieren sich für die (Dorf-) Politik, ihre Heimat und auch für andere; es bekommen dies jedoch nur wenige Menschen im lokalen Nahraum mit, da ihr Engagement eher im Stillen abläuft.

Diese Form des Interessierens von Jugendlichen braucht als Voraussetzung Verfahren, Methoden, Personen und auch die pädagogische Professionalität, um sich auf junge Menschen mit ihren unterschiedlichen Themen, wie auch ihrer Zeitstruktur einlassen zu können.

Das Interesse an den Ergebnissen der Jugendlichen seitens der Erwachsenen war eher mäßig; trotz intensiver Pressearbeit von Seiten des Landesjugendpfarramtes und Bemühungen der Jugendlichen.

Nach Abschluss des Projektes steht nun an, aufzupassen, dass die Ergebnisse der Dorfraum-Pioniere nicht in von Politikern erworbene Erkenntnisse umgemünzt werden, was sich bereits andeutet. Damit drohen die Jugendlichen wieder verloren zu gehen.

Die Problematik des „fehlenden Respekts“ den Jugendlichen und dem LEADER-Projekt insgesamt gegenüber zeigte sich nicht nur hier, sondern bereits bei den Vorplanungen und während der ersten „Begegnungen mit Erwachsenen“.

Jugendarbeit vor Ort geht kaum auf die Situation der Jugendlichen ein und greift deren Themen nicht auf.

 

Fazit

In diesem Sinne ist auch das übergreifende und zentrale Ergebnis des LEADER-Projekts, dass sich aufgrund der „fehlenden Klassen- und Differenzerfahrung“ die Menschen (in ländlichen Regionen) vermehrt ins (ganz kleine) Private zurückziehen, woraus eine „Individualisierung des Sozialen und des Politischen folgt.“

 

Gesamtergebnis

Jugendliche lassen sich nicht nur schnell für das Dorf begeistern, sie haben mit entsprechender Methodik auch passende Ideen für das Gemeinwohl im Dorf. Aufgegriffen wird dies selten und wenn, dann werden diese Ideen relativ schnell politisch angeeignet und die Jugendlichen bleiben wieder außen vor.
In allen Regionen steckt ein gewisses Potential, sich der sogenannten demografischen Entwicklung entgegen zu stellen. Mit den Dorfraum-Pionieren hat sich deutlich gezeigt, dass die nachwachsende Generation dazu bereit ist, die „Alten“ jedoch diesen Weg entweder personal oder inhaltlich bzw. aus einer fatalistischen Haltung heraus blockieren. Es braucht neue Formen der dauerhaften Begleitung von Dörfern/ Städten auf diesem Weg.